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Berichte aus dem Katastrophengebiet: Einsatztagebuch aus Haiti

Hurrikan Matthew hat in Haiti riesige Schäden angerichtet. Häuser, Straßen und Brücken wurden zerstört, ganze Gegenden überflutet. Noch immer regnet es und die Gefahr von Erdrutschen steigt. ASB-Helfer sind im Einsatz. Lesen Sie hier, was sie aus dem Katastrophengebiet berichten

Die Stadt Tiburon im Südwesten von Haiti ist stark zerstört worden. Viele Familien haben ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren. "Wir wollen so schnell wie möglich helfen", berichtet ASB-Helfer Alexander Mauz aus dem Katastrophengebiet. Foto: Aktion Deutschland Hilft/Bahare Kh.

Dienstag, 11. Oktober 2016

"Die Gefahr von Seuchen ist jetzt sehr hoch. Es gibt viel stehendes Wasser, und die Leute sind sowieso schon körperlich geschwächt", berichtet unser Projektkoordinator Alexander Mauz. "Die Menschen müssen möglichst schnell mit sauberem Trinkwasser versorgt werden."

Zusammen mit zwei Kollegen ist Alexander Mauz zurzeit im besonders stark zerstörten Südwesten von Haiti unterwegs. "Gestern waren wir in Tiburon, dort sieht es wirklich dramatisch aus. Auch in Les Cayes, wo wir jetzt sind, sind die Schäden sehr groß." Viele Orte sind nur per Boot zu erreichen.

Auch die ASB-Helfer mussten gestern mit einem Boot ins Katastrophengebiet fahren. "Die Hygienebedingungen sind sehr schlecht", sagt Alexander Mauz. "Daher werden wir unter anderem Hygieneaufklärungskurse durchführen, damit die Menschen wissen, wie sie sich vor Krankheiten schützen können."

Sonntag, 9. Oktober 2016

Heute brachen Alexander Mauz und Axel Schmidt in Regionen im Süden und Südwesten Haitis auf, in die Helfer bisher noch nicht vorgestoßen sind. "Wir fahren in die Region Les Cayes und Saint Louis du Sud", berichtet Alexander Mauz. Dort sollen teilweise bis zu 90 Prozent der Häuser zerstört sein. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt noch immer an. Wir gehen davon aus, dass es dort einen riesigen Hilfebedarf gibt und wollen uns ein Bild von der Lage machen."

Der Weg in die Regionen, die noch immer von der Außenwelt abgeschnitten sind, ist schwierig. "Viele Brücken sind weggespült worden und Straßen durch Erdrutsche versperrt. Wir werden Teile des Wegs mit dem Boot zurücklegen müssen", so Alexander Mauz.

Auf der Grundlage der Erkenntnisse des Assessments, werden weitere Hilfsmaßnahmen geplant. "Wir bereiten uns darauf vor, Hygieneartikel zu verteilen und Hygieneschulungen zu organisieren", erklärt der ASB-Projektkoordinator. "Und natürlich geht es darum, möglichst schnell Nahrungsmittel und Trinkwasser zu den Menschen zu bringen, die beim Sturm alles verloren haben."

Damit möglichst viele Haitianer mithelfen können, bietet der ASB-Nothilfekoordinator Axel Schmidt für Helferinnen und Helfer lokaler Hilfsorganisationen am 13. Oktober 2016 ein Sphere-Training an. Das Sphere-Projekt vermittelt Mindeststandards der Humanitären Hilfe und zeigt Wege auf, wie man in Katastrophensituationen möglichst schnell, möglichst vielen Menschen möglichst gut helfen kann.

Brücken und Straßen, die der ASB gebaut hat, stehen noch

Unsere Kollegen Alexander Mauz und Axel Schmidt sind gut in Haiti angekommen und sind bereits im Einsatz. "Auf dem Weg in die am schlimmsten betroffenen Regionen im Süden von Haiti sind wir über eine der Straßen und eine Brücke gefahren, die der ASB nach dem Erdbeben von 2010 wieder aufgebaut hat. Wir waren sehr froh zu sehen, dass die katastrophensichere Bauweise sich ausgezahlt hat und sowohl die Straßen als auch die Brücke den Regenmassen und dem Sturm standgehalten haben."

Gestern hat auch der WDR in seiner "Aktuellen Stunde" über unseren Einsatz in Haiti und die schreckliche Lage der Menschen dort berichtet (ab Minute 20:25).

Wenn ihr helfen möchtet, freuen wir uns über eure Spenden. Danke schon jetzt!

Samstag, 8. Oktober 2016

"Unsere erste Verteilung hat erfolgreich stattgefunden", sagt Birame Sarr, unser Länderdirektor in Haiti. "170 Menschen haben in der Stadt Petit-Goâve in einer Schule Zuflucht gesucht. Wir konnten alle von ihnen mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser versorgen."

Die Familien mussten ihre Häuser, Wohnungen und Hütten verlassen, weil sie sehr nah an der Küste lagen. Viele von ihnen sind teilweise oder sogar ganz zerstört. Die Familien haben kaum etwas retten können. "Sauberes Trinkwasser ist besonders wichtig", sagt Birame Sarr. "Es hilft uns dabei, der Ausbreitung von ansteckenden Krankheiten vorzubeugen."

Freitag, 7. Oktober 2016

"Die Lage hier ist dramatisch" berichtet ASB-Länderdirektor Birame Sarr aus Haiti. "Wir haben bereits mit der Verteilung von Hilfsgütern begonnen", sagt der erfahrene Helfer. "Aber der Bedarf ist riesig."

Besonders schlimm sieht es in der Region Sud aus. Dort hat der Hurrikan extrem gewütet, über 80 Prozent der Häuser sind zerstört. Straßen und Brücken sind überflutet, Gärten und Felder vernichtet. Die Menschen haben nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Lebensgrundlage verloren.

Helfen Sie uns, das Leid der Menschen in Haiti zu lindern. Mit Ihrer Spende retten Sie Leben und helfen Menschen, die vor dem Nichts stehen.

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Die Zerstörung in Haiti ist enorm. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mehr als 350.000 Menschen auf Hilfe angewiesen. Die meisten von ihnen haben ihr Heim, ihre Gärten, ihre Lebensgrundlage verloren und müssen ganz von vorn beginnen.

Zwei deutsche ASB-Helfer haben sich auf den Weg gemacht, um die Kollegen in Haiti zu unterstützen. Axel Schmidt reist aus Indonesien nach Port-au-Prince und dann weiter ins Katastrophengebiet. Morgen wird Alexander Mauz aus Köln ebenfalls in die Katastrophenregion reisen.

Um die Hilfe weiter ausbauen zu können, sind wir auf Spenden angewiesen. Mit 23 Euro können wir zum Beispiel eine fünfköpfige Familie für rund 10 Tage mit Lebensmitteln und sauberem Trinkwasser versorgen. Helfen Sie mit. Spenden Sie jetzt. Ihre Hilfe kommt an. Das versprechen wir.

Weitere Einträge finden Sie unter

https://www.asb.de/de/unsere-angebote/auslandshilfe/haiti/einsatztagebuch-hurrikan-matthew