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So klingt der Frühling

Helene Niggemeier singt mit Senioren und Kindern im Karl-Delorme-Haus

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Foto: ASB RP/Dingebauer

Mainz, im April 2017. Mit Musik und frisch gepflückten Blumen bringt Helene Niggemeier vom Peter-Cornelius-Konservatorium den Frühling ins Karl-Delorme-Haus (ASB Seniorenzentrum Mainz) - und die verschiedenen Generationen immer mehr miteinander ins Gespräch.

Seit einem Jahr kommt die Musikschullehrerin jeden Montag ins Seniorenzentrum, seit letztem Herbst sind alle zwei Wochen rund 18 Kinder des benachbarten Kindergartens mit dabei. Es wird gemeinsam gesungen, getanzt, mit Instrumenten gespielt, gemalt und geklatscht. Dabei gibt es feste Rituale wie zum Beispiel ein Begrüßungs- und Abschlusslied. Auch werden immer wieder Themen angesprochen von denen die unterschiedlichen Generationen von einander lernen. „Hier wächst etwas“, so die Dozentin für Elementare Musik und Tanz, Helene Niggemeier. „Wir merken deutlich wie sich beide Seiten öffnen und zunehmend miteinander kommunizieren.“ An diesem Morgen hat Helene Niggemeier Frühlingsblumen aus dem Garten mitgebracht. Die Kleinen staunen nicht schlecht, dass die Senioren neben den bekannten Tulpen auch Pflanzen wie Schafsgabe und Buschwindröschen wieder erkennen.

Innerhalb des Konservatoriums hat die Dozentin für Elementare Musik und Tanz den Fachbereich „Musikgeragogik“ mit aufgebaut. Einer ihrer ersten Partner war das ASB Seniorenzentrum Mainz, Karl-Delorme-Haus. „Das Medium Musik bietet die Möglichkeit sich auszudrücken und in Kontakt zu treten, ohne sprachliche Fähigkeiten“, so Niggemeier. „Dies ist wichtig bei einer derart heterogenen Gruppe bestehend aus Senioren mit und ohne Demenzerkrankung und kleinen Kindern.“ Die regelmäßigen Begegnungen zwischen den Senioren und den Kindern Begegnungen fördern oft längst vergessen geglaubte Fähigkeiten zutage. „Die Senioren nehmen nach der Veranstaltung eine sichtbar aufrechtere Körperhaltung ein, weil sie sich wieder mehr zutrauen“, freut sich Iris Faber, Leiterin des Fachbereiches Soziale Betreuung im Seniorenzentrum. „Und gerade Menschen mit Demenz werden auf diese Weise wieder Kontakte zu anderen Menschen ermöglicht, weil die Kinder regelrechte Türöffner sind.“ Die Kinder hingegen bauen ihrerseits Berührungsängste ab und ziehen nicht zuletzt einen Nutzen für ihre soziale Entwicklung.

Finanziert wird dieses bislang für zwei Jahre angelegte Projekt zu Zweidrittel vom Peter-Cornelius-Konservatorium. Ein weiteres Drittel finanziert die Alfred-Keschtges-Stiftung.