Landesverband Rheinland-Pfalz

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Wir sind dabei: Entbürokratisierung in der Pflege

Weniger Dokumentation - mehr Zeit für den Menschen

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Ab sofort ist die verschlankte Pflegedokumentation täglich im Einsatz. Foto: ASB KV Worms-Alzey

Mainz, den 3. September 2015. Schon lange beklagen Pflegekräfte das überbordende Ausmaß an Dokumentation im pflegerischen Alltag und die damit verbundene schwindende Zeit für den anvertrauten Menschen. Die Teilnahme des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) auf Bundesebene an der Initiative der Bundesregierung zur Entbürokratisierung in der Pflege (Strukturmodell) war insofern auch für den ASB Landesverband Rheinland-Pfalz ein willkommener Anlass dem entgegenzuwirken. Ermutigt durch den bundesweiten Austausch mit Kollegen, die bereits an der Pilotierung beteiligt waren, fiel diesem die Entscheidung leicht, ebenfalls an dem Projekt mitzuwirken. Alle ASB-Einrichtungen und Gesellschaften in Rheinland-Pfalz - ambulant, teilstationär und stationär – gehen nun mit an den Start.

Und die ersten Testanwendungen im Pflegealltag  begeistern auch die Fachkräfte: „Unglaublich“, so Karina Grünewald, eine der beteiligten Pflegedienstleitungen. „Vorher haben wir 15 Seiten benötigt und jetzt ist alles Wesentliche zum Klienten auf einer Seite zu erkennen.“ Im Juni 2015 starteten vier ambulante Einrichtungen als Piloteinrichtungen zunächst mit intensiven Schulungen. Die ersten Erfahrungen zeigen, dass eines der definierten Ziele des Projektes - die Stärkung der Individualität und Selbstbestimmung von pflegebedürftigen Menschen - deutlich besser zum Tragen kommt.

Vor Projektbeginn wurden ein detaillierter Plan und eine genaue Ressourceneinteilung erarbeitet.  „Eine genaue Dokumentation des Pflegeprozesses ist wichtig, doch muss dabei immer der zu versorgende Mensch im Fokus bleiben“, so ASB-Landesgeschäftsführer Stefan Rheinheimer. „Durch die Verschlankung der Dokumentation kann die Pflegekraft sich wesentlich intensiver mit dem zu Pflegenden befassen und auch ihre fachliche Arbeit wird dadurch mehr wertgeschätzt. Für dieses Ziel investieren wir gerne Ressourcen.“

Fragestellung rückt bewusst die Wertschätzung des Menschen in den Mittelpunkt

Das sogenannte Strukturmodell ist nicht als Musterdokumentation zu verstehen, sondern liefert eine Grundlage, den Pflegeprozess als Kernprozess der Pflegeeinrichtungen, in einem klaren und übersichtlichen Ablauf darzustellen. Dabei steht der Mensch im Mittelpunkt. Dies wird gleich zu Beginn deutlich, denn den Einstieg bildet die sogenannte Strukturierte Informationssammlung, bei der als erstes der Pflegebedürftige selbst zu Wort kommt.

Mit Fragen wie „Was bewegt Sie im Augenblick?“ und „Was können wir für Sie tun?“ wird dies deutlich.  „Mit dieser Vorgehensweise  bekommt man einen ganz anderen Zugang zum Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen. Es ist offensichtlich, dass diese sich mehr wertgeschätzt fühlen“, so Tabea Schulz, Pflegedienstleitung des ASB Pflegedienstes in Worms. Im weiteren Verlauf des Erstgespräches wird entlang von sechs pflegebezogenen Themenfeldern (z. B. Mobilität, Leben in sozialen Beziehungen, etc.) eine fachliche Einschätzung vorgenommen.

Die Dienste und Einrichtungen werden durch Gabi Spitaler, Referentin Soziale Dienste, die auch als Multiplikatorin ausgebildet ist, begleitet. Zum dem Start des Projektes zieht sie ein erstes Fazit: „Wir sehen unsere Beteiligung an der Implementierung als große Chance für uns und den uns anvertrauten Menschen. Die hohe Motivation unserer Pflegekräfte für das Projekt und die positive Resonanz unserer Klienten zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Spitaler. „Zudem fühlen wir uns für die Zukunft gut gerüstet. Die pflegebezogenen Themenfelder nach denen die fachliche Beurteilung erfolgt, finden sich in der neuen Begutachtungsrichtlinie des MDK wieder und sind die Grundlage für die Einstufung in die ab 2017 geplanten Pflegegrade.

 

Kontakt für weitere Informationen:

ASB Rheinland-Pfalz, Karina Dingebauer, Tel.: 06131/9779-28,
E-Mail: k.dingebauer(at)asb-rp.de

 

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Der ASB ist als Wohlfahrtsverband und Hilfsorganisation politisch und konfessionell ungebunden. Wir helfen allen Menschen – unabhängig von ihrer politischen, ethnischen, nationalen und religiösen Zugehörigkeit. Mehr als 66.000 Menschen in Rheinland-Pfalz unterstützen den gemeinnützigen Verein durch ihre Mitgliedschaft. Parallel zu seinen Aufgaben im Rettungsdienst – von der Notfallrettung bis zum Katastrophenschutz – engagiert sich der ASB in der Altenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe, den Hilfen für Menschen mit Behinderung, der Auslandshilfe sowie der Aus- und Weiterbildung Erwachsener. Wir helfen schnell und ohne Umwege allen, die unsere Unterstützung benötigen.