Landesverband Rheinland-Pfalz

Landesweit

Ein Jahr Freiwilligendienst für Geflüchtete:

„Vor dem BFD war ich ein Flüchtling - jetzt bin ich eine Kollegin!“

Foto: ASB RP/ T. Arslan

Zwölf Geflüchtete haben seit Juni 2016 beim ASB Landesverband Rheinland-Pfalz e. V. an einem Freiwilligendienst teilgenommen. Die Mehrheit hat zum 30.09.2017 ihren Freiwilligendienst beendet.
Sechs Freiwillige waren bei verschiedenen ASB Seniorenzentren in Mainz, Mainz-Budenheim und Otterberg eingesetzt, eine Freiwillige im Mehrgenerationenhaus der GHG in Waldfischbach-Burgalben und mehrere in einer Mainzer Klinik. Am 1. September 2017 fing ein junger Syrer beim Kreisverband in Pirmasens im Rettungsdienst an. Es sind weitere Stellen im BFD im Rettungsdienst im Saarland geplant.

Mit großem Eifer besuchten die Teilnehmer Bildungsseminartage und die fünf Sprachkurstage „berufsbezogenes Deutsch“. Insbesondere der „Erste-Hilfe-Kurs“ und die Einheiten „Rechte und Pflichten im BFD“ und „Arbeiten in Deutschland“ stießen auf großes Interesse. Dabei wurden die jungen Geflüchteten auf den Arbeitsalltag in Deutschland vorbereitet und wissen nun, wie man sich beispielsweise richtig krank meldet oder worauf sie achten müssen, wenn sie aufgrund von Zugverspätungen nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen. „Außerdem habe ich viel über die deutsche Kultur kennen gelernt“, so Antonio aus Otterberg. „Vor dem BFD wusste ich nicht, was Ostern ist. Durch meinen BFD im Altenheim kenne ich nun alle deutschen Feiertage“.
Auf die Frage, was ihnen der Freiwilligendienst konkret gebracht hat, antworteten alle, dass sie viel Deutsch gelernt haben und Kontakt zu anderen Menschen bekommen haben. „Ich habe die Senioren, deren Angehörige, sowie Kollegen und andere Freiwillige durch die Seminare kennen gelernt“, meint Fartun aus Somalia und erklärt weiterhin: „Der BFD trägt bei zur Integration. Vor dem BFD war ich ein Flüchtling, jetzt bin ich eine Kollegin, die sich im Seniorenzentrum um Menschen kümmert.“

Und dieses Engagement bauen die BFDler in Zukunft weiter aus: Eine Freiwillige hat bereits die Zusage für die Ausbildung als Altenpflegehelferin erhalten. Ein anderer Freiwilliger, der abends seinen Hauptschulabschluss macht, möchte nach der Prüfung im Frühjahr 2018 ebenfalls die Ausbildung zum Altenpflegehelfer absolvieren. Auch die anderen Freiwilligen wollen ihre Deutschkenntnisse verbessern und danach einen Hauptschulabschluss erwerben.

Die Referentin Freiwilligendienste beim ASB, Tülay Arslan, ist zufrieden. „Das erste Jahr mit einem speziellen Freiwilligendienst für Geflüchtete ist sehr gut gelaufen und die Seminare mit dieser Gruppe durchzuführen, hat mir viel Spaß bereitet“, fasst sie zusammen. „Ich würde mir wünschen, dass wir es schaffen, den Freiwilligendienst mit dem Erwerb eines Hauptschulabschlusses kombinieren zu können. Das FSJ und der BFD haben den Freiwilligen konkrete Einblicke in das Arbeitsleben gegeben. Daher will die Mehrheit der Freiwilligen, die ich dieses Jahr betreut habe, unbedingt nach ihrem FSJ oder BFD arbeiten. Dazu benötigen sie den Hauptschulabschluss, um eine Ausbildung anfangen zu können.“

Ab sofort können sich junge Menschen mit Fluchthintergrund wieder für einen Freiwilligendienst beim ASB bewerben.

Kontakt für weitere Informationen rund um den Freiwilligendienst:

ASB Landesverband Rheinland-Pfalz, Tülay Arslan, Tel.: 06131/9779-0,
E-Mail: t.arslan(at)asb-rp.de, www.asb-rp.de

Kontakt für weitere Informationen für die Presse:

ASB Landesverband Rheinland-Pfalz, Karina Dingebauer, Tel.: 06131/9779-28,
E-Mail: k.dingebauer(at)asb-rp.de, www.asb-rp.de

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